Über Moshé Feldenkrais

 

 

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Moshé Feldenkrais war als Praktiker daran interessiert, Wissen nicht um seiner selbst Willen anzuhäufen, sondern davon Gebrauch zu machen. Seine Lebensfrage „Wie lernt der Mensch ganz Mensch zu sein?“ suchte er zu beantworten, indem er aus den unterschiedlichsten Disziplinen das lernte, was sie an Anwendbarem zu bieten haben und  probierte es selbst aus.

 

Er wurde 1904 als Sohn chassidischer Eltern in Russland geboren. Als Jugendlicher wanderte er nach dem heutigen Israel aus um dort als Pionier beim Aufbau des neuen Staates mitzuhelfen. Er studierte Physik an der Sorbonne, forschte mit berühmten Geistern seiner Zeit, lernte durch die Kampfkunst Judo sich und Andere zu bewegen und ergründete die psychologischen und sozialen Hintergründe menschlichen Handelns. Seine großartige Leistung besteht darin, diese vielen Puzzlestücke zu verbinden: aus eigener Erfahrung, kluger Beobachtung, seinem Wissen und der Anwendung der damals aktuellen Forschungsergebnisse  (diese zu integrieren!). Er baute daraus einen Weg, der ihn der Antwort auf seine Lebensfrage näher brachte. Er hat die Dinge pedantisch genau betrachtet  und zerlegt (differenziert), aber sie eben dann auch wieder zusammengesetzt.        

Für Moshé war analytisches Denken nützlich, aber es kam ihm auf die funktionale Synthese des Gedachten an: den ganzen Menschen. Er verkörperte seine eigene Lehre auf eine sehr autentische Art und verstörte damit oft seine Studenten auf anregende Weise.

 

Die Umstände einer Knieverletzung waren für ihn Anstoß herauszufinden, wie wir Menschen funktionieren und wie er sich selbst helfen könnte, um schmerzfrei, trotz des "schlechten" Beines, tun zu können, was er gerne tun wollte. Das ist Ihm nach und nach gelungen.

 

Das Ergebnis dieser Suche ist sein Lebenswerk: Bewusstheit durch Bewegung® und Funktionale Integration®. Er unterrichtete kranke und gesunde Menschen unabhängig ihrer Herkunft oder ihres sozialen Status und brachte in mehreren Lehrerausbildungsprogrammen Anderen bei, dasselbe zu tun wie er. Einige seiner bekanntesten Schüler waren der israelische Staatsgründer Ben Gurion, der Geiger Yehudi Menuhin, der Regisseur Peter Brook und die Antropologin Margret Mead. Zum Ende Seines Lebens hin beriefen Ihn die bekanntesten Hochschulen der Welt als Dozent, doch er führte seine praktische Arbeit fort und bildete auf eigene Faust Lehrer aus. In neuerer Zeit erschien eine sehr exakt recherchierte Biographie von Christian Buckard zu seinem spannenden Leben.

 

Moshé bestand immer darauf, dass er kein Heiler sei, sondern Lehrer und die Behandelten würden nicht geheilt, sondern hätten etwas gelernt. Die Heilung sei nur eine Nebenwirkung dieses Lernprozesses.